Ergänzungsantrag der Fraktion FREIE WÄHLER/FDP/PIRATEN zur Drucksache 2085/15 - Gebührenfreies WLAN in der Stadt- und Regionalbibliothek sowie den Stadtteilbibliotheken

[Drucksache 2220/15]

eingereicht von: Fraktion FREIE WÄHLER/FDP/PIRATEN

Sachverhalt

Neu Beschlusspunkt
02
Die Stadtverwaltung prüft, neben kommerziellen und städtischen Anbietern des freien W-LANs, die Möglichkeit, den Zugang zum Internet mittels Freifunk zu bewerkstelligen.

Sachverhalt

Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative zum Aufbau von stadtweiten Datennetzen mit WLAN-Geräten, den sogenannten Knoten. Um das Freifunk-Netz zu unterstützen, stellen immer mehr Bürger einen eigenen Freifunk-WLAN-Router zur Verfügung. Diese verbinden sich untereinander und bilden so ein stadtweites Netzwerk. Durch diese Vernetzung wird der digitalen Spaltung entgegengewirkt und freie, von Providern unabhängige Netzwerkstrukturen aufgebaut.

Eine Unterstützung der Freifunk-Initiative fördert den Netzausbau – und das ohne die digitale Kluft zu vergrößern, im Gegenteil: Es bietet jedem Menschen gleichermaßen die Teilnahme am Informationszeitalter und eine Grundversorgung mit Kommunikationsmitteln. Ortsteile, in denen noch kein schneller Breitbandanschluss zur Verfügung steht (z.B. VDSL), könnten sich kostengünstig und selbstständig über hohe Gebäude mit anschließen.

Freifunk bietet einen mobilen, schnellen, barrierefreien Netzzugang ohne Registrierung und ohne zeitliche Begrenzung. Dies ermöglicht insbesondere Touristen und Pendlern eine sehr einfache, stressfreie Nutzung. Verschieden Hotels und Cafes nutzen bereits Freifunk.

Setzt sich die Freifunk-Idee weiter durch, würden Strahlungen und Energieverbrauch durch WLAN insgesamt stark sinken, da heute nahezu jeder Haushalt ein eigenes WLAN-Gerät betreibt, während im Modell der Freifunker wesentlich weniger Geräte zur Versorgung der Bevölkerung ausreichen.

Freifunk bietet hohe Sicherheitsstandards dank Open-Source-Software: Jeder kann sich vergewissern, dass der Programm-Code das tut, was er soll, und viele tausende Entwickler bei z.B. Unternehmen und Forschungsinstituten haben dies schon getan. Internetzugänge der Stadt werden nicht benötigt, die IT-Infrastruktur der Stadt bleibt unberührt.

Die Freifunk-Initiative in Erfurt ist seit einigen Jahren im reibungslosen Dauerbetrieb und in ständiger Weiterentwicklung dank einer internationalen Entwickler-Gemeinde. Dies ermöglicht ein stetiges Wachstum. Die Verfügbarkeit wird neben Privatpersonen von Gewerbetreibenden und Vereinen unterstützt. Die Kapazitäten des Netzes wachsen mit jedem neuen Freifunk-Router. Bereits jetzt wurden Gebäude, wie das Stadtteilzentrum Herrenberg oder einige Füchtlingsunterünfte mit Freifunk ausgestattet, was von den Nutzern positiv bemerkt und angenommen wurde.

Für die Stadt Erfurt fallen neben den Kosten für den Gerätekauf (zwischen 25 und 30 €) und den Strom (ca. 10 € im Jahr) keine weitere Kosten an. Wartung und Weiterentwicklung werden von der Freifunk-Community übernommen. Auch für den Nutzer ergeben sich durch das ehrenamtliche Engagement der Freifunk-Community keine versteckten Kosten (kommerzielle Anbieter lassen sich ähnliche Lösungen meist durch Werbung, Auswertung personenbezogener Daten und teure Tarife vergüten, bzw. nach Ablauf zeitlicher oder Volumen-Limits).

Kollektive Bewertung

Meinungsbild der UnterstützerVerbesserungsvorschlag zur Zeit nicht umgesetztVerbesserungsvorschlag zur Zeit umgesetzt