» Stadtrat Erfurt » Archiv » Stadtrat vom 20.01.2016 #632 i660: Vom Willkommen zur Teilhabe: Integrationskonzept weiterentwickeln

i660: Vom Willkommen zur Teilhabe: Integrationskonzept weiterentwickeln



0 Nein0 Ja, Alternativstimme1 Enthaltung4 Ja, Erststimme

Angenommen

4Ja80%Ja
1Enthaltung20%Enthaltung
0Nein0%Nein

Drucksache 2865/15

eingereicht von: Fraktion SPD

Beschlussvorschlag

Die Stadtverwaltung Erfurt wird beauftragt das Integrationskonzept der Stadt Erfurt weiterzuentwickeln. Hierzu sind in einem Fortschreibungsprozess der Ausländerbeirat und die Fachausschüsse des Stadtrates sowie weitere Akteure der Migrationsarbeit einzubeziehen. Das dazu nötige konkrete Erarbeitungskonzept (z.B. Ziele, Leitlinien, thematische Schwerpunkte, zu beteiligende Akteure und Zeitabläufe) ist dem Sozialausschuss im II. Quartal 2016 zur Beschlussfassung vorzulegen.
 


Sachverhalt

Deutschland hat sich von einem Land mit „Gastarbeiter-/innen“ zu einem Einwanderungsland gewandelt. Seit dem 01.01.2005 gilt in Deutschland das Zuwanderungsgesetz. Zudem kamen im vergangenen Jahr ca. 2.400 Menschen nach Erfurt, um hier Schutz vor Krieg, Vertreibung und Diskriminierung zu suchen. Viele von ihnen werden hier ihre neue Heimat finden und Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Deshalb ist eine aktive Integrationspolitik notwendig. Menschen mit Migrationshintergrund bereichern mit ihrer Persönlichkeit und kulturellem Hintergrund unsere Stadt. Erfurt zeigt sich bunt und weltoffen.
Es ist hervorzuheben, dass Verwaltung und Zivilgesellschaft trotz der Art der Herausforderungen und die bisher nur eingeschränkt darauf vorbereiteten Strukturen bisher großartiges geleistet haben. Ein Provisorium gelebter Praxis ist jedoch kein tragfähiges Konzept für die zukünftige Arbeit in den Bereichen Migration und Integration.
Ein gelungenes Integrationskonzept, deren Erstellung und deren Umsetzung, ist ein wichtiger Baustein für diese Aufgabe und ein klares „Ja“ zu einer offenen und bunten Willkommens-kultur in Erfurt. Es schafft gegenseitig Toleranz und Akzeptanz sowie die Basis für eine gelingende gesellschaftliche Teilhabe.
Es kann nicht oft genug betont werden: gelungene Integration findet natürlich auch jetzt schon in Erfurt statt. Hierfür gilt der Zivilgesellschaft und der Stadtverwaltung Dank. Ein Integrationskonzept soll die Rahmenbedingungen für eine gelungene Integration erfassen, verbessern und nachhaltig verstetigen. Es soll einen aktiven Dialog zwischen Neu- und Alt-Erfurter/-innen eröffnen. Es soll all jene, die sich in der Migrationspolitik einsetzen als Handlungsleitfaden dienen, Prozesse, Zuständigkeiten und Ansprechpartner-/innen benennen, um Migrationspolitik vom noch funktionsfähigen Provisorium auf eine professionelle und transparente Handlungsebene zu heben. Dazu bedarf es eines Entwicklungsprozesses, der alle Erfurter Akteure einbezieht und beteiligt.
Grundsätzlich geht es also darum, aus der ohnehin gelebten Praxis, ein gemeinsames, inhaltlich fundiertes Konzept zu erarbeiten. Dieser konkrete Handlungsleitfaden soll für alle in die Migrationsarbeit involvierten Initiativen, Träger, Vereine und Verbände sowie Behörden und ehrenamtlich Tätigen gleichermaßen nutzbar sein.

Keine Verbesserungsvorschläge